„Amt ist für mich eine Herzenssache“

Katrin Buhrke als Bürgermeisterin vereidigt
Es war eine öffentliche Gemeinderatssitzung aus feierlichem Anlass und mit nur einem Tagesordnungspunkt: Zur Amtseinführung und Vereidigung der Forbacher Bürgermeisterin Katrin Buhrke waren am Samstagabend rund 300 Bürgerinnen und Bürger in die Langenbrander Festhalle gekommen. Bei der Bürgermeisterwahl am 16. März hatte sich die parteilose Bewerberin mit 64,8 Prozent gegen Amtsinhaber Kuno Kußmann (CDU) durchgesetzt. Die 37-jährige Rechtsanwältin ist damit die erste Rathaus-Chefin im Landkreis Rastatt.
Dieses Wahlergebnis sei ein großer Vertrauensbeweis, erklärte Bürgermeisterstellvertreter Albert Fritz. „Der Gemeinderat, alle Fraktionen, werden Sie fair, konstruktiv und mit allen Kräften unterstützen“, sicherte er zu.
Die Vereidigung nahm Ratssenior Reinhard Warth vor. Er hob die hohe Arbeitsbelastung in einer Flächengemeinde wie Forbach mit seinen Ortsteilen hervor.
„Es ist der dritte Eid und für mich der bewegendste“, erklärte Katrin Buhrke. „Das Amt ist für mich nicht Erreichung eines beruflichen Ziels, es ist Herzenssache.“ Ihren Dank an Familie, Freunde, Kollegen und Unterstützer im Wahlkampf verband sie mit Wünschen an den ebenfalls neu gewählten Gemeinderat: „Über die Ziele für Forbach sollten wir uns stets einig sein, über die Wege dahin werden wir diskutieren müssen“, forderte sie eine Politik von Offenheit, Weitsicht und Herz.
„Sie kam, sah und siegte“, beschrieb der Erste Landesbeamte des Landkreises Rastatt, Jörg Peter, den fulminanten Wahlsieg von Katrin Buhrke. „Sie haben mit Herz und Verstand die Forbacher für sich gewinnen können.“
Der Gernsbacher Bürgermeister Dieter Knittel machte der neuen Kollegin ein Kompliment: „Die Amtskette steht Ihnen gut.“ Die Bürgermeister der in der Gesellschaft für Kommunale Zusammenarbeit Murgtal kooperierenden Gemeinden freuen sich auf die Zusammenarbeit. Auch Vertreter der Kirchen und Schulen wünschten der Bürgermeisterin einen guten Start.
Zur Amtseinführung waren zahlreiche Bürgermeisterkollegen gekommen: Die Nachbarbürgermeister Toni Huber (Weisenbach) und Erich Steigerwald (Loffenau), über weibliche Unterstützung freute sich die Gaggenauer Beigeordnete Brigitte Schäuble. Die Südschiene war mit dem aus Hundsbach stammenden Bühler Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Bürgermeister Reinhard Schmälze aus Seebach im Ortenaukreis, ebenfalls Nationalparkgemeinde, vertreten. Aus Baden-Baden war der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker erschienen. Nicht überliefert ist, ob Bürgermeister Michael Ruf aus der schwäbischen Nachbargemeinde Baiersbronn beim von der Musikkapelle angestimmten „Badnerlied“ mitsang.
Die aus Mitgliedern aller Forbacher Musikvereine zusammengestellte Kapelle war übrigens ein Novum und symbolisierte das neue Miteinander in Forbach.
Unter der Leitung von Hans Bogner spielten Aktive aus Forbach, Gausbach, Bermersbach, Langenbrand und Hundsbach der Bürgermeisterin auf. „Träume sind stärker“, sang der Gesangverein „Hohe Murg - Einheit“ mit Vizedirigent Robert Merkel.
Die Moritat von „Mackie Messer“ hatte Horst Fritz und seine Bandkollegen von „Landjazz“ umgetextet: „Jetzt regiert das Wir-Gefühl“.

Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten, Georg Keller