Aus dem Gemeinderat

Gewerbegebiet Wolfsheck – Mit Zuversicht in die Vermarktung
In der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschäftigte sich der Forbacher Gemeinderat intensiv mit dem Gewerbegebiet Wolfsheck. Auf Einladung von Bürgermeister Kuno Kußmann kam der Grundstückseigentümer Karl aus Innernzell angereist und informierte zusammen mit seinen Projektentwicklern über die weiter vorgesehenen Maßnahmen. Günther Karl ist Juniorchef eines bundesweit agierenden Bauunternehmens, das sich, neben den Aufgaben einer großen Baufirma der Gewinnung von regenerativer Energie verschrieben hat. Darüber hinaus beschäftigt sich das Unternehmen mit der konsequenten Restrukturierung und Moder-nisierung von sanierungsbedürftigen Firmen und Objekten und setzt sich letztendlich zum Ziel, mit Immobilienprojekten Raum für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu schaffen. Sieben Großprojekte, darunter die ehemalige Papierfabrik Wolfsheck, stehen dabei besonders im Blickpunkt. Unter anderem hat die Karl-Gruppe zwei weitere große Papierfabriken erworben, die derzeit ebenfalls umgenutzt werden.

Bürgermeister Kuno Kußmann sieht in der Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe Karl einen Glücksfall für die Gemeinde. Die Erfahrungen und Strukturen der Unternehmensgruppe Karl bieten die größten Chancen für eine Platzierung des Gewerbegebietes Wolfsheck am immer schwieriger werdenden Markt.

Nach seiner Firmenvorstellung blickte Günther Karl jun. zurück. Seit fast fünf Jahren geht er nach der Schließung der Papierfabrik planvoll an die Umnutzung des Areals. Es ist gelungen, die alten Maschinen nach Bangladesch zu verkaufen. Jetzt ist das Firmenareal frei und kann neu geordnet und insbesondere auch dem Markt zur Verfügung gestellt werden. In der Vergangenheit wurde mit einem Unternehmer aus dem Murgtal eine Entwicklungschance geprüft und geplant. Hier zeigte sich aber der harte Wettkampf der Flächenanbieter und letztendlich scheiterte die Vermarktung des Areals an die Holzwerke aufgrund anderer Angebote am derzeitigen Firmenstandort in Gaggenau. Dies ist zwar bedauerlich, so Karl, aber wir sind nicht entmutigt. Zusammen mit der Gemeinde können neue Interessenten gewonnen und Arbeitsplätze ins Murgtal geholt werden. Die Rahmenbedingungen sind optimal, so Karl, denn Forbach ist bereit, die Bebauungsplanung an die Bedürfnisse der neuen Unternehmer anzupassen, das Areal ist in sich geschlossen. Eine Firmenentwicklung ist uneingeschränkt möglich, denn direkte Nachbarschaft ist nicht vorhanden. Vorhandene Gebäude können, soweit sinnvoll und gewünscht, für neue Investoren genutzt werden. Denkbar ist aber auch eine Einebnung der Flächen, um alle Entwicklungschancen aufzunehmen. Günther Karl zeigt sich in jede Richtung offen. Er ist in der Lage, das Gesamtgelände zu verkaufen oder auch Parzellen herauszutrennen und diese am Markt zu platzieren. Er kann in bestehenden Gebäuden Angebote eröffnen oder auch attraktive Freiflächen zu günstigen Preisen anbieten. Gerade der Preis, so Karl, wird entscheidend sein, ob Wolfsheck wiederbelebt oder eine Industriebrache wird. Hier ist der Eigentümer bereit, weitestgehend Zugeständnisse zu machen und auch die Gemeinde ist in der Lage, Förderprogramme für neuansiedlungswillige Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen, aufzulegen. Die Absicht hierzu haben Bürgermeister Kuno Kußmann und der Gemeinderat bekundet. Eine besondere Chance, insbesondere auch für Jungunternehmer, ist das Angebot des Unternehmers aus Innernzell, Flächen in Wolfsheck auch pachtweise zu überlassen.

Mit den sehr optimalen Rahmenbedingungen möchte Günther Karl nach den Sommerferien eine weitere Vermarktungsoffensive starten. Dabei sollen die besonderen Vorteile des Forbacher Gewerbegebietes herausgestellt werden. Hierzu ist vorgesehen, Inserate in lokalen und großen Tageszeitungen zu platzieren. Informationen über das Wolfsheck-Areal sind in den einschlägigen Plattformen des Internets abrufbar. Auch auf der Homepage der Unternehmensgruppe Karl (www.karl-gruppe.de) ist das Projekt Wolfsheck bestens platziert. Zudem wird auf der Gemeindeseite ein Link auf die Vermarktungsseite des Unternehmers geschaltet. Intensiv wurde im Gemeinderat auch diskutiert, ob und wie sich die Gemeinde bereits jetzt engagieren kann. Wir sind für die Rahmenbedingungen verantwortlich, so Bürgermeister Kuno Kußmann, die Vermarktung ist Sache des Grundstückseigentümers. Mit Gemeindegeld kann nur ein konkretes Projekt gefördert werden. Es macht keinen Sinn, dass die Gemeinde den Unternehmer entlastet und Flächen auf Vorrat abkauft. Wir handeln, so der Bürgermeister, effektiv und planvoll, wenn konkrete Nachfragen vorliegen.

Neugestaltung der Forbacher Kriegsgräber
Ein schönes und würdevolles Bild verdienen die Forbacher Kriegsgräber. Leider sind die gepflanzten Erika dem harten Winter zum Opfer gefallen. Eine Neuanlegung des Kriegsgräberfeldes ist unumgänglich. Anstelle der Erikapflanzen wird ein einheitlich schönes Rasenfeld angelegt. Die Arbeiten werden im September vom Gemeindebauhof durchgeführt.

Landessanierungsprogramm Gausbach – weiteres Ziel wird erreicht
Ende September rücken die Bauarbeiter aus Forbach-Rastatt an. Für 50.000 € hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den Auftrag für die Anlegung eines Parkplatzes bei der Festhalle in Gausbach erteilt. Lange wurde über Art und Umfang des Platzausbaues diskutiert. Viele Ideen wurden vom Ortschaftsrat eingebracht und letztendlich eine gute Lösung gefunden. Aus dem vormaligen Hühnergarten wird jetzt eine schmucke Parkplatzanlage, die Platz für 13 Fahrzeuge bietet. Bis Ende Oktober soll die Baustelle abgeschlossen sein.

Ausbau der Bermersbachstraße
Ende August geht es endlich los: Die Bermersbachstraße wird ausgebaut und saniert. Ohne Gegenstimme bewilligte der Gemeinderat die dafür notwendigen Kosten in Höhe von 125.000 €, 25.000 € mehr als im Haushaltsplan veranschlagt. Dies war auch notwendig, um die Baumaßnahme sachgerecht angehen zu können. Für 115.000 € geht der Tiefbauauftrag mit der Verlegung einer neuen Wasserleitung an eine Weisenbacher Baufirma. Die EnBW wird die vorhandenen Überspannleuchten abbauen und schöne Kandelaberleuchten aufstellen. Ende Oktober ist die Fertigstellung der Baumaßnahme von der beauftragten Firma zugesagt.

Veränderte Betriebszeiten
Das Angebot der Gemeindekindergärten soll dem Wohl des Kindes und den Wünschen der Eltern entsprechen. Deshalb stimmte der Gemeinderat ohne Gegenstimme dem Elternwunsch zu, die Öffnungszeiten im Bermersbacher Kindergarten zu verändern. Nach den Sommerferien wird auf das Nachmittagsbetreuungsangebot verzichtet. Dafür wird der Kindergarten montags bis freitags von 7.00 bis 14.00 Uhr für die Kleinen da sein.

Turnverein Langenbrand erhält Gemeindezuschuss
Mit hohem Einsatz hat der Turnverein Langenbrand die Zuwegung zum Sportplatz verbessert. Die Maßnahme ist gelungen und fertiggestellt. Jetzt hat der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Kuno Kußmann den Gemeindezuschuss neu festgesetzt. Der Verein erhält
50 % Zuschuss auf die Baumaßnahme, insgesamt 9.000 €. Mit diesem Zuschuss wird das hohe Vereinsengagement gewürdigt und auch berücksichtigt, dass die Wegebaumaßnahme auch als öffentliche Einrichtung bereitsteht.

Guter Rechnungsabschluss zu erwarten
Sehr positiv sieht derzeit die Haushaltsentwicklung aus. Rechnungsamtsleiter Thomas Spinner präsentierte den Halbjahresbericht und eine Ausschau auf den zu erwartenden Rechnungs-abschluss 2012. Die umfangreichen Investitionen können aus Eigenmitteln und Zuschüssen finanziert werden, Kreditaufnahmen waren nicht notwendig. Zudem kann die ohnedies hohe Zuführungsrate vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt um knapp 300.000 € auf 1,7 Millionen € erhöht werden. Damit hat die Gemeinde Forbach eine gute Finanzkraft erreicht und kann Zukunftsaufgaben gesichert angehen, denn die Rücklage der Gemeinde, also das Sparbuch, wächst auf 1.281 Millionen € an. Zu diesem hervorragenden Ergebnis haben, so Bürgermeister Kuno Kußmann, eine Ausgaben- und Einnahmendisziplin im Gemeinderat sowie eine sparsame Mittelbewirtschaftung durch die Verwaltung beigetragen. Mehreinnahmen erzielte die Gemeinde im Bereich der Gewerbesteuer und über Zuwendungen aus der Einkommenssteuer und bei den Schlüsselzuweisungen. Nachhaltig ist auch die Waldbewirtschaftung, nicht nur beim Holzeinschlag, sondern auch bei der Ertragssituation. Das Jahresergebnis zugunsten der Gemeinde liegt bei rund einer dreiviertel Million €. Bei den Ausgaben können die Personalkosten um 30.000 € unter dem Ansatz gehalten werden. Mehr Geld wird für die Unterhaltung der Anlagen, insbesondere bei den Gebäuden und bei den Straßen notwendig, nicht zuletzt durch die hohen Energiepreise.

Das gute Jahresergebnis darf aber nicht zu Euphorie verleiten. Nach wie vor hängt die Gemeinde an dem guten Wirtschaftsergebnis Wald und an der doch recht guten Konjunktur im Lande. Sollten hier Einbrüche entstehen, ist der nächste Sparhaushalt unumgänglich und manche Ausgabe müsste auf den Prüfstand.

L(i)ebenswertes Forbach – Ein Team packt an
Mit dem aus europäischen Mitteln geförderten Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ sollte das bürgerschaftliche Engagement gefördert und neue Impulse ins Dorf gebracht werden. Aus verschiedenen Arbeitsteams hat sich eine Mannschaft aus tatkräftigen Männern und Frauen formiert. Sie engagieren sich mit Vorschlägen und Maßnahmen und setzten hier positive Zeichen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates präsentierten die Aktiven die durchgeführten Maßnahmen und gaben auch einen Einblick in die weiteren Ziele der Projektgruppe. Die Gruppensprecher Patric Siegwarth und Margrit Haller-Reif informierten den Gemeinderat. Viel dazu beigetragen hat die Gruppe, dass eine weitere Informationstafel am Bahnhof Forbach entstand. Hier wird reich bebildert auf die Vorzüge des Ferienortes hingewiesen. Ein besonderes Anliegen war die Felsputzete am Rappenfelsen, einem beliebten Sport- und Ausflugsziel. Besonderes Highlight und auch Vorlage für Nachahmer in anderen Gemeinden ist die Aktion „Essen wie früher“. Zweimal beteiligten sich sieben Gasthäuser der Gesamtgemeinde an diesem Angebot. An jedem Wochenende wurden über 150 Essen verkauft, ein lohnendes Angebot für die Gastronomen, aber auch ein schmackhaftes Angebot für die Gäste. Viel Aufmerksamkeit erreichte die Aktion „Forbach räumt auf“. Bürgerschaftliches Engagement wurde aktiviert und eine Dorfputzete durchgeführt. Neun Projekte und Sehenswürdigkeiten wurden entbuscht, gesäubert und wieder hergerichtet. Über Zuschüsse wurde ein weiteres Spielgerät für Kleinkinder im Murggarten gesichert und mit einem Ideenfrühstück neue Aktionen vorbereitet. Auf dem Programm der Aktiven steht die Herausgabe eines Forbacher „Veschberpäckel“, ein Genussatlas mit heimischen Produkten soll entstehen, das Angebot „Essen wie früher“ findet seine dritte Fortsetzung und „Forbach räumt auf“ soll am 20.10. dieses Jahres stattfinden. Die Arbeitsgruppe plädiert für die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes. Hier wird, so der Bürgermeister, die Grundlagenermittlung durchgeführt und im Gemeinderat zusammen mit der Haushaltsberatung entschieden. Mundartabende und Mundartlesungen sollen das bestehende Angebot des Kulturkreises ergänzen.