Kath. Frauengemeinschaft Langenbrand

Pilgern auf dem Kinzigtäler Jakobusweg
„Einmal sollte man ...",
mit diesen Worten begann ein passendes Gedicht, das Birgit Ruckenbrod vom Team der kath. Frauengemeinschaft Langenbrand „ihren 17 Mädels" im Alter von 43 bis 72 Jahren zur Einstimmung auf den zweitägigen Pilgerweg vortrug. Auch ein Segensgebet stimmte in den Tag ein.

Schon zeitig am Morgen war die Gruppe mit der S-Bahn nach Freudenstadt unterwegs, um dort mit dem Ortenau-Bähnle weiter nach Loßburg zu fahren, wo die erste Etappe begann. Im Zug wurden alle Pilgerinnen mit dem typischen Erkennungszeichen, der Jakobsmuschel ausgestattet. Das Wetter meinte es zunächst nicht so gut, aber alle Frauen waren „wasserdicht" und marschierten voller Erwartung los. Die hilfreichen Wegmarkierungen zeigten auch immer wieder das typische Pilgersymbol, die Jakobsmuschel.

Nach einer Rast in einer Blockhütte konnten schon die ersten Regensachen abgelegt werden und die lustige und froh gelaunte Gruppe durfte sich bald über die ersten Sonnenstrahlen freuen, die an diesem und auch nächsten Tag treue Begleiter sein wollten.

Im Klostercafé ließen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken, nachdem wir zuvor in der kleinen Pfarrkirche St. Benedikt in Alpirsbach wieder einige Minuten innere Einkehr gehalten hatten.

Die Wegstrecke war am ersten Tag sehr bequem, es gab keine großen Höhenunterschiede zu überwinden, und so erreichten wir doch alle in recht guter Verfassung unser Quartier in Schenkenzell. Ein Heinzelmann namens Werner hatte dort schon unser Gepäck deponiert (wir waren die etwas bequemeren Pilger!) und wir konnten unsere Zimmer beziehen. Nach einem vorzüglichen Abendessen in „unserem Stühle " mit Kellner Robin und bester Stimmung ob des Erlebten ließen sich alle gern in die Federn sinken.

Am Morgen trafen wir uns wieder zum gemeinsamen Frühstück und zur Einstimmung auf die zweite Etappe auf dem Kinzigtäler Jakobusweg, denn heute war unser Ziel Wolfach und die St. Jakobskapelle. Zimmer geräumt, Rucksäcke gepackt und übriges Gepäck zum Abholen bereitgestellt, machten wir uns auf den Weg nach Wittichen. Vom ehemaligen Klarissenkloster blieben die barocke Klosterkirche sowie das Grab der Stifterin, der seligen Luitgard, erhalten. Auch hier gab es wiederum einen passenden Text und das „Großer Gott" erschall aus allen Kehlen. Freude und Dankbarkeit waren - trotz mancher Anstrengung und manchem Tropfen Schweiß - an diesen beiden Tagen unsere Begleiter.

Von Wittichen aus führte der Weg nun steil bergauf zur Salzlecke und weiter zu dem kleinen Örtchen St. Roman mit seinem lieblichen Kirchlein auf dem Berg. Der Anstieg war schon eine gewisse Herausforderung und gleichzeitig auch wieder Genugtuung, es doch geschafft zu haben! Nach der Mittagsrast an diesem schönen Fleckchen Erde führte die Route weiter über den Kreuzacker nach Ippichen, vorbei an herrlichen Wiesen, Wäldern und Höfen, ehe es nach zwei bis drei Kilometern nochmals steil hoch zur Jakobskapelle ging.

Die „Krönung" unserer beiden Tage war der Gottesdienst in der St. Jakobskapelle mit Pfr. Benno Gerstner, der als Stadtpfarrer die SE „An Wolf und Kinzig" leitet. Aus dem ganz persönlich gestalteten Gottesdienst mit passenden Texten, Fürbitten und Liedern und einer zu Herzen gehenden Predigt konnte jeder etwas für sich nach Hause nehmen. Beim Abschluss in Wolfach bei Pizza und Pasta dankten die Jakobspilgerinnen ihrer Organisatorin Birgit Ruckenbrod für zwei unvergessliche Tage. Heimwärts ging es in Pkws, denn dankenswerterweise war unser zuverlässiger „Abholdienst" zur Stelle. Nun hat uns der Alltag wieder, aber wir pilgern weiter, denn: Der eigetliche Pilgerweg ist der Alltag unseres Lebens!