Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach
Kleinod soll mit neuem Leben gefüllt werden
Bernhardushütte soll renoviert und wieder zugänglich werden
Idyllisch liegt sie am Ufer der Schwarzenbachtalsperre und es ranken sich viele Geschichten um die kleine Hütte, mit der nicht nur viele Forbacher, sondern auch Besucher aus nah und fern einmalige Erinnerungen verbinden. Die Bernhardushütte ist nicht nur wegen ihrer Lage ein Kleinod unter den vielen Angeboten, mitten in der Natur ein paar schöne Tage zu verbringen. Auch ihre Geschichte ist sehr speziell. Vor ca. 2 Jahren musste sie u. a. wegen Brandschutzbestimmungen geschlossen werden. Aber die Verbundenheit mit der Hütte ist in der ganzen Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach groß. Die Hütte also ganz zu schließen: eine unmögliche Vorstellung. Die Alternative: Die Hütte umfänglich zu renovieren und wieder zu öffnen. Das kostet viel Geld. Geld, das die Pfarrgemeinde dringender für andere Projekte braucht. So kam die Idee auf, "unsere" Bernhardushütte auf dieselbe Weise zu modernisieren, wie sie entstand: hauptsächlich in Eigenleistung, sodass der Pfarrgemeinderat möglichst wenig Geld in die Hand nehmen muss. Bei dem Info-Abend am 11. März um 19:30 Uhr im Forbacher Josefshaus sollen die Planungen von Architektin Heike Wunsch vorgestellt werden und "es wäre schön, wenn sich viele fleißige und handwerklich geschickte Helfer finden, die uns helfen, die Bernhardushütte wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen!", so Pfarrer Thomas Holler.
Auch die Vereine in Forbach waren im Dritten Reich "gleichgeschaltet" worden, was einer Auflösung gleichkam. Nach Kriegsende wurden vorerst keine Neugründungen zugelassen. Das führte zu einem großen Zulauf bei der kirchlichen Jugendarbeit: Die katholische Jugend hatte allerdings keine großen Gruppenräume. Aber als die Idee "Wir bauen eine Hütte" geboren wurde, da gab es kein Halten mehr. Die Pfarrer Rehm und Machleid gaben ihre Zustimmung unter der Bedingung, dass die Pfarrei durch Bau und Betrieb nicht belastet werden dürfe. Fleißige Helfer machten sich ans Werk. Das Holz kam aus dem Heiligenwald, das Grundstück wurde die ersten Jahre angepachtet, später sogar gekauft. Und so wurde aus dem Kartoffelacker des Seebachhofes mit viel Privatinitiative das Wochenend- und Freizeitheim der Forbacher KJG. Spartanisch ausgestattet am Anfang mit amerikanischen Feldbetten und Blechtellern und einem Spülbecken, das im Krankenhaus Forbach entsorgt worden war. Eingeweiht wurde die Hütte 1950 und schon bald darauf schon weiter ausgebaut. Von Anfang an wurde die Hütte über das Badenwerk mit Strom versorgt, schwieriger waren die Arbeiten für Wasser und Abwasser. Trotz viel Eigeninitiative und kreativer Ideen gab es immer wieder Finanzbedarf, den deckte die KJG durch die Einnahmen mit Theaterspielen und Zuschüssen vom Landesjugendring und bald auch Mieteinnahmen. Denn genutzt wurde die Hütte nicht nur von der Forbacher Jugend, sondern auch als Urlaubsdomizil indischer Schwestern und auch Familien und Gruppen mieteten die Hütte übers Wochenende oder für Urlaube. Manche Familie wurde zum Stammgast und ganze Generationen verbinden schöne Erinnerungen mit der Hütte, die nach dem Landespatron benannt wurde (der im Übrigen auch der Kirche den Wald vermacht hatte, aus dem das Bauholz stammt). Legendär die KJG-Freizeiten, bei der die Schlafplätze in der Hütte nicht reichten. In zusätzlich neben der Hütte aufgestellten Zelten fand sich aber dann doch für jeden ein Bett. Unkalkulierbar der Hunger der Jugendlichen, die manchmal nachts schon das Brot für das Frühstück aufaßen und die Köchin zum Verzweifeln brachten. Auch andere Pfarreien wurden bald auf die idyllische Hütte aufmerksam und noch mancher frühere Ministrant aus Weisenbach erinnert sich an einen legendären Hüttenaufenthalt, als der damalige Pfarrer oberkörperfrei am Marterpfahl gefesselt stand. Die Fesseln konnte er leicht lösen, aber dank seiner Körperbehaarung klebte er am harzigen Holz fest und konnte sich nur schmerzhaft befreien. Pfarrer Thomas Holler hofft, viele Helfer "mit Herzblut und Zeit" für die Renovierung zu finden, um die Bernhardushütte für die folgenden Generationen zu erhalten: "Wenn wir alle gemeinsam mit anpacken, können wir die in die Jahre gekommene Bernhardushütte wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen." Beim Infoabend werden nicht nur die Pläne vorgestellt, Holler hofft auch, dass sich noch viele Helfer aus der gesamten Seelsorgeeinheit finden, die auch einzelne Gewerke gemeinsam fachgerecht übernehmen können: "Jede helfende Hand zählt."
(Mit freundlicher Genehmigung von Katharina Vogt)