Turnverein Langenbrand 1911 e.V.
Arbeitseinsatz auf dem Sportplatz Langenbrand
Um den Sportplatz in Langenbrand für das Sommertraining in einen guten Zustand zu bringen, ist unbedingt ein Arbeitseinsatz notwendig. Termin: Samstag, 26. April von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr. Arbeitsgeräte wie Laubrechen, Heckenscheren, Schaufeln und Schubkarren sind mitzubringen. Um rege Beteiligung wird gebeten.
Abteilung Rasenkraftsport
„Immer schön locker“ Dr. Dethloff brachte die jungen Sportler schnell in Schwung
Die Teilnehmer aus Langenbrand, Ötigheim und Triberg mit ihren Sportgeräten, den Hämmern und (hinten von links:) Dr. Claus Dethloff, Bernd Wörner und Frank Hilbert
Einen Tag dem Hammerwurf frönen
Schweiß steht vor dem Erfolg
Von Triberg und Ötigheim waren junge Sportler am Samstag nach Langenbrand gefahren, denn hier bestand die seltene Gelegenheit mit einem Spezialisten und Olympiateilnehmer (1992 und 1996) zu trainieren: Dr. Claus Dethloff, war eigens aus Kerpen angereist. Als Bundestrainer kümmert er sich intensiv um die Nachwuchsarbeit und war daher gerne bereit, zu einer Sondertrainingseinheit für die Hammerwerfer ins Murgtal zu kommen.
Was ein richtiger Rasenkraftsportler ist, den kann schlechtes Wetter nicht schrecken und so wunderte sich keiner der Teilnehmer, das Dethloffs das Aufwärmtraining trotz Nieselregen auf dem Gelände am Murgufer und nicht in der Langenbrander Sporthalle startete. Als Bernd Wörner (Abteilungsleiter Rasenkraftsport und Jugendwart im Südbadischen Rasenkraftsport – und Tauziehverband) fragte: „Wir können auch in die Halle gehen, wenn Du willst“, antwortete Dethloff nur norddeutsch-kurz: „Nö, wieso?“ und startete sein Programm für die jungen Sportler mit zwei Aufwärmrunden über die Bahn. Intensiv und dynamisch müsse das Training für einen Rasenkraftsportler sein, vermittelte der Olympionike den Nachwuchstalenten. Daher brachte er sie auch gleich mit verschiedenen Übungen in Schwung, so dass die morgendliche Müdigkeit bald aus den Gliedern wich und die Sportler, die kurz vor halb 10 noch müde auf den Platz geschlurft waren, schnell und schon fast anmutig über die Bahn hüpften, sprangen, egal ob vorwärts, seitwärts oder auch rückwärts. Dethloffs hatte dabei seine strengen Augen ständig auf die Jungs gerichtet und kannte keine Gnade: „Knie hoch! Nicht schlabbern! Schneller!“ Was muss ein guter Hammerwerfer mitbringen? „Ein Rasenkraftsportler braucht Bewegungsgefühl und Koordination, verbunden mit Schnelligkeit und Dynamik!“ Dethloffs forderte die 11 jungen Sportler und ihre beiden Trainier Bernd Wörner und Frank Hilbert (Sportwart des Südbadischen Rasenkraftsportverbandes, Triberg) auf, vielseitig zu trainieren: „Es gibt schnelle und langsame Muskelfasern. Die langsamen könnt ihr noch als Rentner trainieren, wir brauchen die schnellen!“ Daher sollten sie statt vielen Ausdauertrainingseinheiten besser Übungen für Sprung- und Schnellkraft einbauen, auch einmal Fußball oder Basketball trainieren und sich nicht vor Gymnastik scheuen. Zum Ausgleich empfiehlt der promovierte Dr. rer. pol. und Wirtschafts- und Sozialpsychologe auch regelmäßiges Schwimmen. Den beiden jüngsten Teilnehmern Corsin Wörner (13) und Hannes Morlock (14) machte das vorgegebene Tempo Spaß, mit Feuereifer befolgten sie die Anweisungen des großen Vorbildes, auch wenn sich die Backen vor Anstrengung röteten und sie wie die anderen bald nicht mehr im Regen fröstelten, sondern eher dampften. Nun zahlte sich aus, wer regelmäßig zu den mindestens 2 – 3 Trainingseinheiten pro Woche zur Rasenkraftsportabteilung in Langenbrand kommt, die Bernd Wörner leitet. „Seit ich meine Ausbildung als Zimmermann in Reichental mache, schaffe ich das nicht mehr immer“, bedauert der 16-jährige Lukas Morlock, der seit 7 Jahren Hammerwerfer ist und sein Sportkollege, der 17-jährige Sebastian Wunsch, der bei Daimler Benz eine Ausbildung als Industriemechaniker macht, stimmt ihm zu. Ihre Väter waren schon Hammerwerfer, daher liegt der Sport wohl schon in den Genen. Aber Familientradition alleine reicht nicht aus, vor dem Weg auf das Siegertreppchen steht viel Training, denn das Hammerwerfen ist ein komplexe Übung, für die man in Rücken und Bauch, in den Armen und den Beinen viel Kraft, aber auch eben Schnelligkeit braucht.
Bernd Wörner zog rückblickend ein positives Fazit: „Wir hatten nachmittags sogar besseres Wetter und konnten draußen noch Sprungübungen machen und – natürlich – werfen.“ Besonders gefreut hat ihn, dass nachmittags einige Besucher dem Training zuschauten, darunter auch ein paar Wettkampfrichter. Und das Fazit für den Verein? „Dr. Dethloff hat zugesichert, die Bewerbung des TV Langenbrand als Bundsstützpunkt für das Training von Schülern und Jugendlichen zu unterstützen.“ Wörner wird in den nächsten Tagen die Bewerbung losschicken und hofft dann auch auf finanzielle Hilfe, um die Trainingsmöglichkeiten noch besser auszubauen.
Zum Thema „Hammerwerfen“
Der „Hammer“ ist eigentlich eine Metallkugel, die über ein Kugelgelenk an einem langen Stahldraht hängt und vom Werfer rund um den Körper geschwungen wird um dann mit Schwung geschleudert zu werden. Der Hammer wiegt zwischen 2 und 7,25 kg je nach Gewichtsklasse und Altersstufe. Bei den schottischen Highlandgames ist das Gewicht an einem Holzstiel befestigt und daher eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schlagwerkzeug. Seit 1909 ist das Hammerwerfen olympische Disziplin. Dr. Claus Dethloffs persönliche Bestweite liegt bei 82,00 Metern. Das Hammerwerfen ist eine von drei Disziplinen des Dreikampfes: Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen. Die Hammerwerfer sind organisiert im Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband (DRTV), dessen Vizepräsident Dr. Dethloff ist. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.drtv-sport.de.
(Text und Bild K. Vogt, BT)